Von meinem kleinen Ausflug habe ich bewusst nur eine Hand voll Bilder mitgebracht. Auch auf eine ausführliche Erläuterung der Bilder habe ich bewusst verzichtet. Ich möchte nicht zu viel von der Ausstellung zeigen und auf das kostenlose Angebot des Nationalparks neugierig machen.

Das erste Nationalpark-Tor

Im Dezember 2018 wurde die Ausstellung des ersten Nationalparktores eröffnet. Bei dem „großartigen“ Wetter heute war die rechte Gelegenheit eine Stippvisite zum Hunsrückhaus am Erbeskopf zu machen. Es waren nur wenige andere Besucher hier. So konnte ich alle Stationen ausgiebig testen.

Willkommen im Urwald von Morgen…

Na ganz so hatte ich mir die museumspädagogische Interpretation des Motto des Nationalparks Hunsrück- Hochwald nicht vorgestellt. Dunkel. Futuristisch. Ein wenig der Welt entrückt. Eine sphärische Stimme begrüßt mich und gibt sich als der „Wald“ zu erkennen.

Ich checke also ein.

Computer: Alterieren!

Ich bin wohl ins Holographische Deck der USS Enterprice geraten. OK. So viel blaues Licht und Spiegelflächen hätte ich jetzt nicht unbedingt im Urwald von Morgen erwartet.

An vier großen Stationen werden einzelne Bereiche der Arbeit des Nationalparks vorgestellt. Der Besucher erfährt etwas zu den Lebenräumen in Wald, Moor, dem Waldrand und Arikawiesen, zu Seen und Tümpeln und zu Datenautobahnen im Waldboden. Die Ranger werden lebensgroß auf eine Leinwand projeziert und erklären auf Knopfdruck einiges zu Ihrer Arbeit. Eine ausgestopfte Wildkatze gibt es zu bestaunen und allerlei anderes Getier des Waldes.

Natur Natur sein lassen…

Auch das ist eines der Mottos des Nationalparks Hunsrück-Hochwald. Es ist schon eine sehr charmante Vorstellung, sich zurück zu lehnen und gemütlich mit einem Schirmchen-Drink zu beobachten was passiert, wenn man die Natur einfach machen lässt. Aber irgendwie stört etwas das Idyll aus Deckchair und Badetuch. Höre ich da vielleicht Kettensägen? Ein Bildschirm fordert zum Mitmachen auf:

Zeichne einen Ranger! Zeichne eine Axt für ihn! Jetzt machen wir die bösen, bösen Fichten weg, damit hier endlich ein Moor entstehen kann.

Und plötzlich bin ich digitaler Täter bei einem aktiven,  Naturumbau. Irritiert setzte ich mich erst einmal hin.

Zum Glück bringt mich eine weitere Station mit Kindergeschichten über den Wald wieder auf andere Gedanken.

Zwischen den vier großen Modulen gibt es an kleineren Terminals weitere Informationen zu erkunden. Hier müssen Räder gedreht, Klaviaturen gespielt und Bauklötze verrückt werden.

Mein Fazit

Mit dem interaktiven, medialen Format der Ausstellung wird vor allem eine jüngere Zielgruppe angesprochen. Für meinen Geschmack fehlt dem Gerippe etwas Fleisch. Die Informationen werden sehr bildschirmlastig vermittelt. Wer je den Morgendunst im Herbstwald hat aufsteigen fühlen, wird verstehen, was ich meine.

Dem Nationalpark-Tor fehlt es zur Zeit leider noch an einem gastronomischen Angebot. Dies wird sich hoffentlich schon bald ändern.

Wenn man eh eines der anderen Angebote am Erbeskopfs nutzen will, sollte man die Ausstellung auf jeden Fall besuchen. Als Auftakt zur Traumschleife Gipfelrauschen lassen sich die in der Ausstellung fehlenden Sinneseindrücke im Wald nachholen. Auch die Sommerrodelbahn, die Mountainbike-Abfahrt oder den Hochseilgarten kann man mit einem Besuch im Nationalparktor verbinden.

Am besten kombiniert man den Besuch der Ausstellung aber vielleicht mit einer der Rangertouren, die ebenfalls am Hunsrückhaus beginnen.

Die aktuelle Rangertour gibts hier.

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